Elektro

Hyundai Ioniq 3: Kleiner Flitzer mit großer Klappe

Das Ioniq-3-Design setzt auf klare Linien und große Flächen. Foto: Hyundai

Mit dem Ioniq 3 zeigt Hyundai zum Glück kein SUV, sondern einen schnittig designten Fünfsitzer mit markantem Heckspoiler.

Noch ist der Ioniq 3 ein Prototyp, aber er bringt gut zur Geltung, was Hyundai mit der Designsprache „Art of Steel“ meint: Klare Linien und große Flächen samt wuchtigen Rädern. Von der niedrigen Front über die geschwungene Dachpartie bis hin zum Heck mit dem markanten Spoiler vermittelt der 4,16 Meter lange Ioniq 3 seinen Anspruch auf Dynamik, Effizienz und reichlich Platz am oberen Rand des Kleinwagenspektrums. Die Preise werden zwischen denen des kleineren Hyundai Inster und des größeren Kona Elektro liegen. Realistisch ist ein Startangebot um die 26.000 Euro.


Den Innenraum haben die Designer wohnlich gestaltet. Beim N Line sind noch ein paar rote Akzente verteilt, das Lenkrad ist etwas dicker gepolstert als bei den anderen Versionen. Im Schaufahrzeug sind die Relax-Sitze montiert, deren Lehnen etwa während des Ladestopps auf Knopfdruck nach hinten gleiten. Serienmäßig ist im Spitzenmodell der 14,6 Zoll große Bildschirm installiert, das Basis-Format beträgt 12,9-Zoll. Hyundai setzt auf eine möglichst logische und einfache Bedienung, deshalb gibt es reichlich Tasten statt in Menüs versteckter Funktionen. Simpel und schlau ist auch ein Stecksystem, mit dem überall im Fahrzeug etwa Handyhalter oder Taschenlampen fixiert werden können.

Zwei Akkus mit unterschiedlicher Chemie

Das Platzangebot ist, typisch E-Auto, in Relation zu den Abmessungen des Ioniq 3 sehr ordentlich. Auch hinter großen Menschen in Reihe eins können ausgewachsene Mitteleuropäer noch gut sitzen und sich am Ausblick durch das Glasdach erfreuen. Eine auch vom Ford Puma bekannte Megabox hat der Kompakt-Stromer unter der Kofferraum-Abdeckung versteckt. Sie fasst 119 Liter, das entspricht einem großen Reisekoffer. Im normalen Laderaum haben eher durchschnittliche 322 Liter Platz, einen Frunk gibt es nicht.

Der Ioniq 3 basiert auf einer 400-Volt-Architektur. Es gibt einen LFP-Akku mit 42,2 und einen NMC-Akku mit 61 kWh. Die an sich identischen E-Maschinen leisten wegen der unterschiedlichen Batterie-Chemie 108 kW (147 PS) bzw. 100 kW (135 PS) und liefern ein Drehmoment von je 250 Nm. Die vorläufigen Reichweiten gibt Hyundai mit „über 335“ und „über 490“ Kilometer an. Die Sprint-Prozedur absolvieren die beiden in 9,0 und 9,6 Sekunden, bei 165 km/h wird abgeregelt. Von zehn auf 80 Prozent geladen wird mit maximal 119 bzw. 110 kW in rund einer halben Stunde. Wie schon beim kleinen Kia EV2 gibt es neben der serienmäßigen AC-Ladung mit 11 kW auch eine Option auf 22 kW. Und klar: Elektrogeräte können den Ioniq 3-Akku per Vehicle-to-Load (V2L) außen über einen Adapter für die Ladebuchse und innen per 230-Volt-Steckdose anzapfen. (SP-X)

Über den Autor

Wolfgang Plank

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz des Rallye-Copiloten.