Mit dem neuen Range Rover GT bricht Land Rover bewusst mit der eigenen SUV-Tradition. Das elektrische Crossover-Coupé verbindet britischen Luxus, große Reichweite und Gran-Turismo-Format.
Wer derzeit im Umfeld von Birmingham unterwegs ist, um sich vielleicht Shakespeares Geburtsort Stratford-upon-Avon oder das reizvolle westliche England anzusehen, dem dürften kaum die großen Erlkönig-Coupé-Limousinen in ihren auffälligen Tarnfolien entgehen, die dort hin und wieder ihre Testrunden drehen.
Dabei handelt es sich hier jedoch nicht um den neuen Jaguar Typ 001, wie man aufgrund der niedrigeren Silhouette leicht annehmen könnte. Es sind vielmehr die Testingenieure von Land Rover, die in Prototypen ihre obligatorischen Erprobungsrunden drehen.
Abkehr von reiner SUV-Tradition
Land Rover, die britische Allrad-Ikone, die nie etwas anderes als Geländefahrzeuge und SUV hergestellt hat? Wie kann das sein? Die Welt wandelt sich. Und auch die Modellstrategie von JLR (Jaguar Land Rover). So wird noch in diesem Jahr das Flaggschiff Range Rover vollelektrisch zu haben sein. Wenige Wochen später folgt dann der Range Rover Sport in gleich grünem Outfit.
Selbst der Defender kommt – vermutlich noch 2027 – als BEV (Battery Electric Vehicle). Wie die Zukunft von Land Rover Discovery und Range Rover Evoque aussieht, verrät Managing Director Martin Limpert im Entwicklungszentrum in Gaydon allerdings noch nicht. Nur so viel: Das Land-Rover-Portfolio wird um ein fünftes Modell erweitert. Und dies ist die besagte Coupé-Limousine. Offizieller Name: Range Rover GT.
Neue Plattform für elektrischen Gran Turismo
Das Crossover-Fahrzeug, einem Mix aus SUV, Kombi, Coupé und Allradlimousine, misst um die fünf Meter Länge und steht auf einer neu entwickelten Plattform, genannt EMA (Electric Modular Architecture). Hierbei handelt es sich um ein „Electric-first“-Konzept. Es behält jedoch soviel Flexibilität, dass auch Verbrenner und Hybridantriebe eingebaut werden könnten, sollte dies je nach Markt und Nachfrage nötig sein.
Doch zunächst steht diese Option nicht auf dem Plan. Der GT startet ausschließlich elektrisch. Auszugehen ist in dieser Fahrzeugklasse von mindestens 120 kWh Batteriekapazität und einer Reichweite von knapp 700 Kilometern.
Reduziertes Cockpit mit Luxusanspruch
In England ließ JLR Medienvertreter kürzlich einen ersten Blick ins Interieur werfen. Passend zum puristischen äußeren Design zeigt sich auch das auf extreme Horizontalität ausgelegte Cockpit reduziert, klar und modern. Dominant ist der große Zentralbildschirm in der Mitte. Erstmals platziert Land Rover auch hinter, besser gesagt, oberhalb des Lenkrads ein Anzeigen-Display, schmal und langgezogen. Der Minimalismus am Armaturenträger wird sowohl durch die versteckte Luftführung (keine sichtbaren Austrittsdüsen) als auch über die verborgenen Lautsprecher verstärkt. Edle Oberflächen und gewebte Stoffe sollen für ein luxuriöses Ambiente sorgen. Fahrer und Beifahrer sind durch eine breite Mittelkonsole voneinander getrennt, die im vorderen Bereich eine Brücke zum Armaturenträger bildet.
Vielversprechend dürfte sich der Range Rover GT in den USA entwickeln, dem weltweit besten Einzelabsatzmarkt von Land Rover. Hier wird der britische Gran Turismo auf den ähnlich positionierten Cadillac Lyriq treffen. Technische Daten und Preise wird Land Rover zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben. (SP-X)

