Mobilität

Mit dem Brennstoffzellenzug durch Niedersachsen

Der Coradia iLint. Foto: Alstom
Der Coradia iLint ist in Niedersachsen unterwegs.

Mit dem Coradia iLint hat der französische Hersteller Alstom einen Brennstoffzellen-Zug entwickelt. Dieser wird in Niedersachsen vom Verkehrsbetrieb Elbe-Weser (EVB) als Regionalbahn eingesetzt.

Vorerst verbinden zwei dieser Brennstoffzellenzüge die Städte Bremervörde, Cuxhaven, Bremerhaven und Buxtehude. Angetrieben wird die Bahn von E-Motoren, die ihren Strom allerdings nicht über Oberleitungen sondern über einen Batteriepuffer aus Brennstoffzellen beziehen. Bei dieser Technik entsteht durch die chemische Reaktion von Wasserstoff mit Sauerstoff elektrischer Strom.

Statt CO2 oder Stickoxide emittiert die Brennstoffzelle am Ende lediglich Wasser. Der dafür notwendige Vorrat an Wasserstoff befindet sich in einem Stahltank auf dem Dach des Zuges. Laut Alstom soll eine Tankfüllung gut 1.000 Kilometer Reichweite erlauben. Die Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h sei vergleichbar mit den Fahrleistungen klassischer Dieselloks.

Auftrag über 14 Brennstoffzellenzüge

Bereits Ende 2017 haben die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) und Alstom einen Auftrag über 14 Brennstoffzellen-Züge vereinbart, die ab 2021 im niedersächsischen Regionalverkehr regulär eingesetzt werden sollen. Bei den jetzt vom EVB in den Dienst gestellten Zügen handelt es sich noch um einen Pilotbetrieb.

Im Hinblick auf den Klimaschutz stellt der Brennstoffzellenzug eine gute Alternative zur Diesellok dar, die vor allem dort zum Einsatz kommt, wo sich der Bau von Oberleitungen finanziell nicht lohnt. Allerdings ist der Betrieb des Coradia iLint vorläufig nicht klimaneutral, da Wasserstoff derzeit noch überwiegend aus fossilen Energieträgern gewonnen wird. Wenn jedoch in Zukunft der Strom von Offshore-Windanlagen für die energieintensive Elektrolyse von Wasserstoff genutzt wird, könnten Brennstoffzellen-Züge nicht nur lokal emissionsfrei sondern sogar klimafreundlich betrieben werden. (SP-X)

Über den Autor

Thomas Flehmer

Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam noch das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit Beginn 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.

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