Bislang gab es Ora-Fahrzeuge in Deutschland nur als reine Elektroversionen. Der neue Ora 5 wird zunächst nun als klassischer Benziner und als Hybrid angeboten.
GWM (Great Wall Motors) hat mit seinen Ora- und Wey-Modellen in Deutschland bislang nicht wirklich reüssiert. Mit dem neuen Ora 5 bringen die Chinesen nun erstmals ein nicht-vollelektrisches Modell der Marke ins Land: Der 4,47 Meter lange Kompaktklasse-Crossover ist zunächst als klassischer Benziner (ab knapp 25.000 Euro) oder als Hybrid (ab 27.000 Euro) erhältlich.
Ende des Jahres sollen eine Plug-in- und eine Elektro-Variante folgen, letztere mit 58-kWh-Akku und rund 435 Kilometern Reichweite. Nächstes Jahr ergänzen ein Kombi und ein Hatchback die Baureihe.
Drehfreudiger Benziner
Der 1,5-Liter-Vierzylinder-Benziner gibt sich drehfreudig und bleibt auch bei stärkerer Beschleunigung angenehm leise. 9,3 Sekunden auf Tempo 100 und 190 km/h Höchstgeschwindigkeit sind solide Werte. Bei sportlicherer Fahrweise, vor allem in Kurven, zeigt das eher weich abgestimmte Fahrwerk allerdings Grenzen. Positiv überraschen dagegen die im Sport-Modus knackige Lenkung sowie die kräftigen, gut dosierbaren Bremsen.
Die 2.000 Euro teurere Hybrid-Variante kombiniert den 1,5-Liter-Benziner mit einem starken E-Motor zu 164 kW/223 PS Systemleistung, beschleunigt in 7,7 Sekunden auf 100 km/h und liegt mit 5,1 Litern Normverbrauch deutlich unter dem Benziner-Wert von 6,9 Litern.
Hervor sticht der Ora 5 vor allem durch sein gelungenes Design mit der markentypischen, an Porsche erinnernden Frontgestaltung und dem auf muskulöse Schultern aufgesetzten Greenhouse. Der gut verarbeitete Innenraum kombiniert moderne Technik – darunter ein 10,25-Zoll-Cockpitdisplay und ein 14,6-Zoll-Multimedia-Display – mit Retro-Elementen wie hübsch gestalteten, aber schlecht ablesbaren Kippschaltern.
Umfangreiche Ausstattung
Bei der Ausstattung zeigt sich GWM großzügig: Schon die günstige Premium-Version bietet unter anderem Navigation, Zweizonen-Klimaautomatik, 360-Grad-Kamera, 18-Zoll-Leichtmetallräder und einen elektrisch verstellbaren Fahrersitz. Für 2.500 Euro Aufpreis liefert die Luxury-Variante zusätzlichen Komfort wie elektrische Heckklappe, beheizbares Lenkrad und elektrisch verstellbaren Beifahrersitz – wobei die Ausstattungslogik nicht immer nachvollziehbar ist: Kabelloses Laden und anklappbare Außenspiegel bleiben der Luxury-Version vorbehalten.
Mit gelungenem Innenraum, umfangreicher Ausstattung und einem bis Jahresende geltenden Rabatt von 2.000 Euro – der getestete Benziner kostet damit effektiv 24.990 statt 26.990 Euro – positioniert sich der Ora 5 als Schnäppchen, ergänzt um eine Garantie von 7 Jahren bis 150.000 Kilometer. Ein Auto für alle, die Wert auf Sicherheit und Alltagskomfort legen und dabei auf dynamische Ambitionen verzichten können. (SP-X)

