Hybrid

Chery setzt zum Start auf SUVs und Hybride

Der Chery Tiggo 9 ist das Tomodell der Marke. Foto: Chery

Mit Chery steht der nächste chinesische Hersteller in Deutschland vor dem Marktstart. Zum Start kommt man mit vier SUVs – ein reines E-Modell fehlt zunächst.

Sieben Sitze und Plug-in-Hybridantrieb, das gibt es bislang selten zum Schnäppchenpreis. Chery will das ändern. Der chinesische Hersteller plant für seinen Deutschlandstart im kommenden Jahr gleich zwei entsprechende SUV. Der Tiggo 8 soll zwischen 38.000 und 40.000 Euro kosten, für den größeren Tiggo 9 sind rund 49.000 Euro angepeilt. Damit unterbietet vor allem der Tiggo 8 die etablierte Konkurrenz deutlich: Ein Peugeot 5008 Plug-in-Hybrid ist nicht unter 46.800 Euro zu bekommen, Mazda verlangt für den CX-60 sogar rund 51.000 Euro.


Beide Modelle sind keineswegs nur unterschiedlich große Varianten desselben Autos. Der 4,73 Meter lange Tiggo 8 ist eher ein geräumiger Fünfsitzer mit zwei zusätzlichen Plätzen für den gelegentlichen Einsatz. Sein 1,5-Liter-Turbobenziner mit Elektromotor kommt auf 205 kW/279 PS Systemleistung, angetrieben werden nur die Vorderräder. Der 18,4 kWh große Akku ist nach WLTP für rund 90 Elektro-Kilometer gut.

Große Batterie beim Tiggo 9

Der 4,81 Meter lange Tiggo 9 geht technisch und beim Komfort erheblich weiter: mehr Platz, bequemerer Zugang zur dritten Reihe, Allradantrieb, drei Elektromotoren und eine 34,5 kWh große Batterie, die sich mit bis zu 70 kW laden lässt. Der 143 PS starke Turbobenziner arbeitet dabei mit drei Elektromotoren zusammen, zwei vorne, einer an der Hinterachse, verteilt über ein Drei-Gang-Hybridgetriebe. Vom Fahrer bleibt davon wenig zu spüren, Übergänge und Gangwechsel sind kaum wahrnehmbar.

Kurven sind nicht die Stärke des 2,3-Tonners: Das Fahrwerk ist klar auf Komfort ausgelegt, die Lenkung wirkt synthetisch und indifferent. Innen überzeugt der Tiggo 9 dagegen mit hochwertigem Auftreten: unterschäumte Flächen, belüftete Echtledersitze vorne und hinten, zurückhaltendes Ambiente ohne Blingbling. In Reihe zwei lassen sich Sitzposition und Lehne elektrisch einstellen, für den Einstieg in Reihe drei fährt die Bank auf Knopfdruck vor. Schwachpunkt bleibt die Bedienung: Der Zentralbildschirm zeigt eine unnötig komplizierte Menüstruktur, selbst die Außenspiegel werden darüber justiert, ein klassischer Lautstärkeregler fehlt.

Bodenständiger Tiggo 8

Der Tiggo 8 wirkt bodenständiger, seine 279 PS reichen im Alltag völlig, doch das Platzangebot fällt deutlich knapper aus. Elektrisch verstellbare Rücksitze oder Sitzbelüftung hinten fehlen, die Sitze sind mit Kunstleder bezogen. Bei Bildschirm und Bedienlogik übernimmt er die Schwächen des großen Bruders – ausgerechnet der kleinere Tiggo 7 bietet noch eine Tastenleiste für die Klimatisierung.
Damit gerät der Tiggo 8 zwischen die Stühle: Wer nur gelegentlich sieben Plätze braucht, bekommt für rund 5.000 Euro weniger bereits den Tiggo 7 mit ähnlichem Antrieb.

Wer häufiger mit der Großfamilie unterwegs ist, findet im Tiggo 9 das überzeugendere Angebot – für rund 9.000 Euro Aufpreis gibt es mehr Platz, Allradantrieb, 428 PS und einen Akku, dessen Kapazität vor wenigen Jahren noch für manches reine Elektroauto gereicht hätte. (SP-X)

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