Elektro

Vom elektrischen Fahrzeug zum rollenden Stromspeicher

Das Laden von Elektroautos wird sich in den kommenden Jahren grundlegend wandeln. Foto: Renault

Das E-Auto steht vor einer Erweiterung. Zur üblichen Fortbewegung kommt eine zweite Aufgabe als mobiler Baustein im Energienetz.

Das Laden von Elektroautos wird sich in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Zum einen wächst das öffentliche Ladenetz in Deutschland kontinuierlich, zum anderen steigen die Ladegeschwindigkeiten. Bereits heute gibt es rund 30.000 Ultra-Schnellladepunkte mit mindestens 150 Kilowatt Leistung, die in kaum zehn Minuten Energie für mehrere hundert Kilometer Reichweite liefern. Bald sollen 500 Kilowatt und mehr für Pkw möglich sein.


Zu Hause oder am Arbeitsplatz ermöglichen „Smart Charging“-Funktionen eine intelligente Steuerung der Ladezeiten, sodass Strom dann fließt, wenn besonders viel erneuerbare Energie im Netz vorhanden und entsprechend günstig ist. Eine weitere Innovation ist das bidirektionale Laden („Vehicle-to-Grid“). Entsprechende Fahrzeuge können Strom nicht nur aufnehmen, sondern auch wieder ins Netz oder ins Haus zurückspeisen. Netzbetreiber und Energieversorger zahlen sogar dafür.

Alles wächst zusammen

Mittelfristig ist mit weiteren Fortschritten bei Technik und Infrastruktur zu rechnen. Ab den 2030er-Jahren könnten etwa induktive Systeme das Laden noch komfortabler machen – entweder kabellos über im Boden eingelassene Ladeplatten oder über Straßensegmente, die Fahrzeuge während der Fahrt mit Energie versorgen. Denkbar sind zudem mobile Lade-Roboter: Sie bewegen sich eigenständig zu geparkten Autos, stecken das Kabel ein und starten den Ladevorgang.

Die eigentliche Revolution betrifft jedoch das gesamte Stromsystem. Künstliche Intelligenz wird zunehmend steuern, wann und wo Strom fließt, um Netzstabilität, Kosten und CO2-Ausstoß optimal auszutarieren. Das langfristige Ziel heißt „Vehicle-Grid Integration“ (VGI): Fahrzeuge, Ladepunkte und Stromnetz wachsen zu einem einzigen, intelligenten System zusammen. Millionen von Fahrzeugbatterien dienen dann als riesiger, vernetzter Energiespeicher, der flexibel auf Schwankungen bei Erzeugung und Verbrauch reagieren kann. (SP-X)

Über den Autor

Wolfgang Plank

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz des Rallye-Copiloten.

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