Sie ist zurück: die 2CV. Besser bekannt als Ente. Citroen hat sie neu aufgelegt und zeigt das Concept auf dem Pariser Autosalon.
Der Pariser Autosalon ist leiser geworden. Wo früher Lautsprecher wummerten und die Hitze der Scheinwerfer für Schweißperlen sorgte, geht es heute entspannter zu. Die vielen Glamourgirls sind verschwunden, statt weicher Teppiche gibt es vielerorts nackten Betonboden. Auch das Gedränge hat nachgelassen. Doch wer darin Anzeichen für die Automesse als Auslaufmodell sieht, täuscht sich.
Nach den recht enttäuschenden Ausgaben 2022 und 2024 hat der Pariser Autosalon 2026 wieder spürbar an Relevanz gewonnen. Groß aufgetischt haben dabei die französischen Hersteller, die zudem tief in ihre Geschichtsbücher geblickt haben. Retro ist einer der großen Trends dieser Messe, natürlich bevorzugt in Kombination mit E-Antrieb.
Neuinterpretation der Ente
Der wohl größte Publikumsliebling ist die Neuinterpretation der legendären Ente. Mit dem 2CV Concept zeigt Citroen, wie ein elektrischer Volks-Wagen von morgen aussehen könnte. Die unverwechselbaren Proportionen des historischen Vorbilds wurden geschickt in die Gegenwart übersetzt, während der knallgelbe Innenraum den Look der 1950er-Jahre mit moderner Technik kombiniert. Nostalgie trifft auf zeitgemäßen Charme. Eine Serienversion soll 2028 antreten und deutlich weniger als 20.000 Euro kosten, es ist sogar von einem Preis angepeilten Preis um die 15.000 Euro die Rede. Was vom verspielten Charakter der Studie dann übrig bleibt, wird sich zeigen. Mit einer Fourgonnette-Variante erinnert Citroen auch an den einstigen Lieferwagen-Ableger der Ente.
Die Wiedergeburt des gar nicht mehr hässlichen Entleins ist einen Tick kleiner ausgefallen als das Original. Statt zuletzt 3,83 Meter ist sie 3,76 Meter lang. Dabei sind die Proportionen weitgehend gleichgeblieben. Die Ente bleibt sich treu, aber in zeitgemäßer Form. Die drehbaren Türgriffe, der Kofferraumgriff, das manuell zu betätigenden Rolldach – all das weckt sofort Erinnerungen ans Original, ohne es allzu aufdringlich zu kopieren. Ein Muss für das Entwicklungsteam war das Rolldach, das die neue Ente wie ihre Vorgängerin in ein Beinahe-Cabrio verwandelt.
Bunter Innenraum mit Gimmicks
Wer sich unter dem runden Türholm auf die 3D-gedruckte vordere Sitzbank schwingt, landet in einer farbenfrohen, praxisorientierten Entenwelt mit witzigen Gimmicks. Die Inneneinrichtung ist schlicht gehalten, auch räumlich aufs Wesentliche reduziert und ermöglicht so ein sehr luftiges Raumgefühl. Fürs Infotainment und die Einstellungen ein acht Zoll großer Touchscreen zuständig, im Sichtfeld der Pilotin oder des Piloten ist noch Platz für ein Mini-Display mit Lupentacho, Ladestands- und Temperaturanzeige und Navi-Karte. Die Bedienelemente sitzen an einem an die Lenksäule angeflanschten Zylinder, der Gangwahlhebel erinnert an die Krückstock-Schaltung der alten Ente.
Deren Nachfolger soll innerhalb der nächsten zwei Jahre eines der ersten Modelle in der neuen Wagenklasse M1E sein. Wichtigste Voraussetzungen: Länge bis 4,20 Meter, Erfüllung der Pkw-Sicherheitsstandards und Crash-Normen der Klasse M1. Das Ziel: Vollwertige und trotzdem preiswerte E-Autos aus EU-Landen zu Preisen um die 15.000 Euro. Diesen Einstiegspreis peilt auch Citroën mit seinem Retro-Charmeur an. Technische Details gibt es bisher praktisch noch nicht. Klar ist damit aber, dass bei Akku, Reichweite und Fahrleistungen des neuen 2CV keine Höchstleistungen angepeilt werden. Er ist als typischer City- und Vorort-Flitzer ausgelegt. (SP-X)


