Audi präsentiert den Nuvolari – und damit sein erstes Hypercar. Es knüpft gestalterisch an die Studie Concept C an.
Mit dem Nuvolari präsentiert Audi sein erstes Hypercar, das künftig als technisches Aushängeschild dient und zugleich eine neue Formensprache der Marke einführt. Der 736 kW/1.001 PS starke Zweisitzer soll 2027 in Serie gehen, allerdings limitiert: Weltweit sind 499 Exemplare geplant.
Gestalterisch knüpft der Nuvolari an die auf der IAA 2025 gezeigte Studie Concept C an. Prägend sind der hochkantige, rechteckige Singleframe-Rahmen mit den vier Ringen sowie die neue Lichtsignatur mit vier horizontalen Elementen an Front und Heck. Mit seinen gespannten Flächen, kurzen Überhängen und klassischen Mittelmotor-Proportionen wirkt der flache Zweisitzer, der auf eine Heckscheibe verzichtet, kraftvoll und zugleich monolithisch. Zwar werden mit einzelnen Details die legendären Auto-Union-Silberpfeile der 1930er-Jahre zitiert, doch nostalgisch wirkt der Nuvolari nicht.
V8 mit 800 PS Leistung
Hinter den Sitzen arbeitet ein Vierliter-V8-Biturbo mit 588 kW/800 PS und 730 Newtonmetern Drehmoment. Unterstützung erhält er von drei Elektromotoren. Einer sitzt zwischen Verbrenner und Getriebe, zwei weitere Axialfluss-Aggregate an der Vorderachse mit jeweils 110 kW und stellen gemeinsam bis zu 2.150 Newtonmeter bereit. Energie für die E-Motoren liefert ein 7,3 kWh großer Lithium-Ionen-Akku.
Der variable, vorausschauend zwischen den Achsen die Kraft verteilende Allradantrieb „Quattro Predictive Ride“ verarbeitet eine Systemleistung von 736 kW/1.001 PS. Der Sprint auf 100 km/h gelingt in 2,6 Sekunden, Tempo 200 steht bereits nach 6,8 Sekunden an. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 350 km/h. Technisch basiert der Audi auf der Hybridarchitektur des Lamborghini Temerario, interpretiert diese jedoch eigenständig. Kurze Strecken kann der Nuvolari auch rein elektrisch zurücklegen.
Die Basis bildet ein Aluminium-Spaceframe, kombiniert mit einer weitgehend aus Carbon gefertigten Karosserie. Hinter den geschmiedeten, 21 Zoll großen Zentralverschlussrädern arbeiten groß dimensionierte Carbon-Keramik-Bremsen. Vorn kommen 42 Zentimeter große Scheiben mit Zehnkolben-Festsätteln zum Einsatz, hinten 41er-Scheiben mit Vierkolben-Sätteln. Einen Teil der Verzögerungsarbeit übernehmen die Elektromotoren. Rein elektrisch kann das Rekuperationssystem Bremsleistungen von bis zu 0,3 g realisieren.
Verstellbarer Heckflügel
Für optimale Fahrstabilität sorgt eine aktive Aerodynamik. Der verstellbare Heckflügel arbeitet in den Modi Dynamic, Dynamic+ und Track automatisch. Auf Geraden zieht er sich zurück und reduziert den Luftwiderstand, beim Bremsen und in Kurven erhöht er hingegen den Abtrieb. Mehr als 400 Kilogramm Anpressdruck sind möglich. Zusätzlich lässt sich die Stellung des Flügels manuell beeinflussen. Für den Einsatz auf der Rennstrecke bietet Audi einen speziellen Track-Modus. Die Traktionskontrolle lässt sich dabei in mehreren Stufen von „Wet“ über „Dry“ und „Race“ bis hin zu komplett deaktivierter Regelung an Fahrstil und Gripniveau anpassen.
Im Innenraum setzt Audi auf eine reduzierte, fahrerorientierte Architektur. Leichtbausitze mit Carbonstruktur versprechen hohe Steifigkeit und ausgeprägten Seitenhalt. Die ersten Exemplare sollen im ersten Halbjahr 2027 ausgeliefert werden. Preise nennt Audi keine. Einen Hinweis auf die Kosten dürfte der Temerario bieten, der bei rund 308.000 Euro startet. Für ein limitiertes Audi-Pendant dürfte ein sechsstelliger Aufschlag anstehen. (SP-X)


