DS Automobiles hat es nicht leicht auf dem deutschen Markt. Die Premiumkonkurrenz ist hier besonders stark vertreten, da muss ein Modell wie der neu 7er schon sehr überzeugend sein.
Größer ist es geworden, das Mittelklasse-SUV aus Frankreich. Seine Länge von jetzt 4,66 Metern bedeutet ein Plus von rund sieben Zentimetern, und der Radstand wuchs um 5 Zentimeter auf 2,79 Meter. Weshalb es auch nicht verwundert, dass die Sitzprobe vorne und hinten sehr zufriedenstellend ausfällt. Im Fond haben jetzt auch Langbeinige eine Chance auf Komfort, die bisher noch ein wenig beengt saßen. Sie können auch leichter aus- und einsteigen, die Fondtüren wurden verlängert und die Fläche der Seitenfenster um rund 30 Prozent vergrößert.
Das Kofferraumvolumen variiert je nach Antrieb zwischen 500 und 560 Litern. Breite (1,90 m) und Höhe (1,63 m) blieben unverändert. Ganz im Gegenteil zum optischen Auftritt, der wesentlich progressiver, fast schon ein bisschen avantgardistisch ausgefallen ist. Das Design polarisiert – klar, wir sind hier ja bei DS. Wie an der Lichtsignatur a la DS N°8, dem V-förmigen Tagfahrlicht und dem beleuchteten Kühlergrill namens „DS Lumina Screen“ unschwer zu erkennen ist.
Wärmen dort, wo die Passagiere sitzen
Ein Hingucker ist auch das einem X nachempfundene Lenkrad, das trotz seiner ungewohnten Form gut zur Hand liegt. Ein digitales 10-Zoll-Kombiinstrument und ein 16-Zoll-Touchscreen sind fürs Infotainment mit Chat GPT-Unterstützung zuständig. Feine Stoffe, hochwertiges Leder und gebürstete Alu-Panele in der mit einer Eins gekennzeichneten First Edition sorgen für französischen Luxus-Appeal. Dazu passt die Wärme-Philosophie für die Passagiere, die per Sitz- und Lenkradheizung und per Nackenföhn auf Temperatur gebracht werden – und das stromsparend.
Denn auch der DS N°7 kommt heutzutage nicht am reinen E-Antrieb vorbei. Drei Varianten hat DS im Angebot, zwei mit Frontantrieb mit 170 kW/230 PS und 180 kW/245 PS, die dank ihrer 73,7 und 97,2 kWh fassenden Akkus bis zu 543 und 740 Kilometer weit kommen sollen. Auf der Autobahn soll die stärkere Version um die 480 Kilometer schaffen. Damit steckt sie einige Mitbewerber aus der C- und sogar aus der D-SUV-Klasse in die Tasche. Die Topversion namens E-Tense AWD Long Range leistet 257 kW/350 PS und zapft ebenfalls den größeren Akku an. DS spricht von einem WLTP-Wert von 679 Kilometern. Alle drei Versionen sind auf 190 km/h begrenzt.
Laden maximal mit 160 kW
Wegen der 400-Volt-Architektrur liefern die neuen DS-Modelle an der Ladestation keine Spitzenwerte. Mehr als 160 kW fließen nicht durchs Ladekabel, da ist die Konkurrenz speziell aus Fernost zum Teil schon flinker unterwegs. DS verspricht aber eine solide Ladeleistung von annähernd der Maximalzahl speziell im Bereich zwischen 20 und 55 Prozent. Oder anders ausgedrückt: Innerhalb von zehn Minuten kommen 200 Kilometer Reichweite in den automatisch oder händisch vorkonditionierten Akku. Von 20 auf 80 Prozent soll sich der größere Stromspeicher in 27 Minuten füllen lassen.
Für alle, die sich noch nicht reif für den E-Antrieb fühlen, hat die Nobelmarke noch einen Mildhybrid-Antrieb im Angebot. Der wirkt zumindest auf dem Papier fast ein wenig arg bescheiden dimensioniert mit seinen 1,2 Litern Hubraum, den drei Zylindern und der überschaubaren Leistung von 107 kW/145 PS, schafft aber stolze 201 km/h Spitze. Der Verbrenner wird von einem 48-Volt-Elektromotor unterstützt, das soll für reichlich rein elektrische Passagen in der Stadt und für einen Normverbrauch von 5,4 Litern pro 100 Kilometer sorgen. Was in diesem Zusammenhang richtig erwachsen klingt ist die Reichweite: Angesichts des Normverbrauchs und des 55-Liter-Tanks sind rechnerisch knapp über 1.000 Kilometer am Stück drin. Wer von diesen Daten noch nicht so ganz überzeugt ist: DS hat schon einen kräftigeren Hybriden in Aussicht gestellt. Im Gespräch ist offenbar die Plug-in-Technik aus dem Konzernbruder Opel Grandland.
Verwandt mit Grandland und 3008
Technisch ist natürlich schon jetzt die Verwandtschaft zum Grandland und zum Peugeot 3008 schon wegen der gemeinsamen Plattform und den nur leicht modifizierten Antrieben nicht von der Hand zu weisen. Aber wie gewohnt setzt DS etwa mit mehr Komfort, mit der feineren Ausstattung in der Tradition der Pariser Handwerkskunst oder mit dem kameragesteuerten aktiven Fahrwerk noch eins drauf. Wer mag, bekommt auch Matrixlicht, ein Nachtsichtsystem, einen digitalen Rückspiegel oder ein Head-up-Display.
Und das zu Preisen ab 47.700 Euro für den Hybrid in der Basis-Ausstattung Pallas. Der Preisrahmen für die Stromer reicht zum Bestellstart noch im Mai von 56.300 Euro (E-Tense FWD, Pallas) bis 78.450 Euro (E-Tense AWD Long Range, La Première). (SP-X)

