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Leapmotor B03X: Günstiger Stromer mit Wachstumspotenzial

Der B03X soll den Absatz von Leapmotor weiter beflügeln. Foto: Leapmotor

Leapmotor ist in Deutschland erst seit zwei Jahren präsent – und hat bereits einen bemerkenswerten Wachstumskurs hingelegt. Mit dem B03X bringen die Chinesen nun einen günstigen Elektro-Crossover.

Gerade einmal zwei Jahre gibt es Leapmotor in Deutschland. Die in dieser kurzen Zeit eingeführte Modellpalette deckt bereits einen großen Teil des relevanten Markts ab und soll kräftig weiterwachsen. Mit dem neuen und günstigen B03X stößt Leapmotor jetzt in das volumenstarke Segment elektrischer Crossover-Kleinwagen vor.


Obwohl jung, chinesisch und hierzulande noch längst nicht jedem Autokäufer ein Begriff, scheint Leapmotor einen Nerv getroffen zu haben. Dabei setzt die Marke weniger auf Rabattschlachten als auf vergleichsweise günstige Listenpreise und ein schnell wachsendes Händlernetz. Dass diese Strategie verfängt, zeigen die Verkaufszahlen: Allein im August wurden laut KBA-Daten mehr als 2250 Neuzulassungen und damit ein Marktanteil von 1,1 Prozent verbucht. Der boomende Elektroautomarkt und der neue B03X dürften den eingeschlagenen Wachstumskurs weiter beschleunigen.

Geräumiger Crossover

Der 4,27 Meter lange Elektro-Crossover ist kompakt und geräumig zugleich, konsequent digital, kräftig motorisiert und mit einem Einstiegspreis von 24.900 Euro günstig. Selbst die von uns gefahrene Topversion ProMax mit größerer Batterie und umfangreicher Ausstattung bleibt mit 29.400 Euro auf dem Teppich.

Optisch versucht der B03X gar nicht erst, große Emotionen zu wecken. Er kombiniert eine glatte, stark gerundete Außenhaut mit erhöhter Karosserie und dunkelgrauen Kunststoffbeplankungen, die ihm sein Crossover-Flair verleihen. Dazu gibt es bündige Türgriffe und moderne LED-Leuchten mit dreiteiligen Lichtsignaturen. Das wirkt gefällig und zeitgemäß, insgesamt allerdings auch ziemlich mainstreamig.
Obwohl ein Vertreter der Kleinwagen-SUV-Klasse, sitzt man im B03X erstaunlich luftig. 2,61 Meter Radstand und ein flacher Boden zahlen sich aus. Wer auf der Rückbank Platz nimmt, genießt viel Kopf- und Beinfreiheit, die Füße lassen sich problemlos unter den Vordersitzen verstauen.

405 Liter Kofferraumvolumen

Geräumig und variabel ist das Gepäckabteil. Der Kofferraum fasst 405 Liter, bei umgeklappten Rücksitzlehnen sind es bis zu 1.358 Liter. Unter dem zweistufig in der Höhe arretierbaren Ladeboden eröffnet sich ein 105 Liter großes, abwaschbares Staufach. Wird der Kofferraumboden in die obere Position gebracht, ergibt sich nach dem Umlegen der im Verhältnis 60:40 geteilten Rückbank eine weitgehend ebene Ladefläche. Clever: Die Sitzfläche der Rückbank lässt sich hochklappen, was die Mitnahme hoher und breiter Gegenstände direkt hinter den Vordersitzen erlaubt.

Fahrer und Beifahrer genießen ebenfalls viel Entfaltungsspielraum, Ablagen gibt es reichlich. Die Mittelkonsole bietet eine induktiv ladende Smartphone-Ablage und Getränkehalter sowie eine große Stauebene darunter. Unterschiedlich strukturierte und gefärbte Kunststoffe sowie einige Elemente in Metalloptik verhindern den Eindruck von starker Kostenoptimierung.

Kaum Knöpfe: das Cockpit des Leapmotor B03X. Foto: Leapmotor

Auf klassische Tasten und Schalter verzichtet der B03X nahezu vollständig. Selbst ein Motorstartknopf fehlt. Die Fahrtrichtung wird über den rechten Lenkstockhebel bestimmt. Hinter dem Lenkrad informiert ein flaches 8,8-Zoll-Display über fahrrelevante Daten, alles andere läuft über den 14,6 Zoll großen zentralen Touchscreen. Der reagiert flott, verlangt aufgrund einiger nicht selbsterklärender Symbole allerdings etwas Eingewöhnung. Alternativ kann man auf seine gewohnte Smartphone-Umgebung umschalten: Apple CarPlay und Android Auto sind an Bord.

Statt auf einen klassischen Funksender setzt Leapmotor auf eine NFC-Karte. Alternativ lässt sich der B03X per Smartphone öffnen und starten. Die dafür zuständige App erlaubt die Weitergabe des digitalen Fahrzeugzugangs an andere Personen. Dem Nachbarn kann man sein Auto so beispielsweise für eine Stunde überlassen, ohne ihm Schlüssel oder Karte geben zu müssen.

Lenkung zu weich

Auf den kurvigen Straßen Andalusiens zeigt der B03X schnell, wo seine Prioritäten liegen. Sportliche Ambitionen gehören nicht dazu. Die Lenkung arbeitet leichtgängig, wirkt allerdings teigig und wenig mitteilsam. Bei flotter Kurvenfahrt fehlt dem Fahrwerk ebenfalls die letzte Portion Souveränität. In engeren Biegungen beginnt der Wagen über die Vorderräder zu schieben, während das ESP beherzt einbremst. Bei flotter Gangart wirkt der Stromer deshalb nicht immer perfekt austariert. Auch die Sitzflächen könnten etwas stärker konturiert sein, denn in Kurven rutscht das Gesäß schnell zur Seite.

Das ist allerdings Kritik in einer Disziplin, für die der B03X nicht gemacht wurde. Die gemütliche Gangart passt hingegen gut zum Gesamtkonzept. Querfugen und Schlaglöcher filtert das Fahrwerk angenehm weg, zudem bleibt es im Innenraum erfreulich ruhig. Und trotz der größeren Batterie fühlt sich der B03X nicht unnötig schwer an. Tatsächlich bringt die ProMax-Version 1,6 Tonnen auf die Waage, das Basismodell ist rund 100 Kilogramm leichter.

Die kräftigen Antriebe haben jedenfalls leichtes Spiel. Im ProMax stellt der E-Motor 145 kW/197 PS bereit, das Basismodell kommt auf 130 kW/177 PS. Beide liefern 200 Nm Drehmoment. Tempo 100 ist jeweils nach 8,6 Sekunden erreicht, maximal sind 160 km/h möglich. Vor allem aus niedrigen und mittleren Geschwindigkeiten tritt der B03X munter an, was durchaus Laune macht.

Zwei Batterien im Angebot

Die beiden Antriebsversionen unterscheiden sich vor allem bei der Batteriegröße. Das Einstiegsmodell kombiniert einen 39,8-kWh-LFP-Akku mit 292 Kilometern WLTP-Reichweite, beim ProMax sind es 53 kWh und 382 Kilometer. Auf unserer Testrunde mit dem ProMax, die vorwiegend über Landstraßen führte, gab der Bordcomputer einen moderaten Verbrauch von 13 kWh pro 100 Kilometer aus. Das ist deutlich unter dem WLTP-Wert von 15,7 kWh. Auch längere Touren auf der Autobahn sollten möglich sein: Am Schnelllader kann der kleine Akku maximal 100 kW, der große 133 kW abrufen. Für beide Varianten soll der Ladesprint von 30 auf 80 Prozent 16 Minuten und von 10 auf 80 Prozent 21 Minuten dauern. Wechselstrom fließt serienmäßig dreiphasig mit bis zu 11 kW.

Der Leapmotor B03X ist ein durchaus ansehnliches Crossovermodell. Foto: Leapmotor

Erfreulich unaufdringlich agierten bei unserer ersten Ausfahrt die elektronischen Aufpasser. Der B03X bringt serienmäßig 21 Assistenzfunktionen mit, darunter Abstandstempomat, Spurhalte- und Spurzentrierungsassistent, Totwinkelüberwachung sowie Geschwindigkeits- und Aufmerksamkeitswarner. Anders als bei manchem anderen Newcomer aus Fernost machten sich Geschwindigkeits- und Spurwarner mit stets mit einem dezenten „Ping“ statt mit gouvernantenhafter Aufdringlichkeit auf sich aufmerksam.

Bleibt der Preis. 24.900 Euro kostet die Basis B03X Pro in der Ausstattung Life, die Klimaautomatik, sieben Airbags, Rückfahrkamera, die beiden Displays und Smartphone-Integration mit sich bringt. Für 4.500 Euro mehr gibt es mit dem ProMax in der höheren Ausstattung Design, die neben 90 Kilometern zusätzlicher Reichweite und 15 kW mehr Leistung außerdem Kunstledersitze, elektrische Fahrersitzverstellung, Sitz- und Lenkradheizung, 360-Grad-Kamera, Zwölf-Lautsprecher-Audiosystem, Ambientebeleuchtung und Leichtmetallräder. Das Preis-Leistungs-Verhältnis der Topversion scheint attraktiver. Wohl auch deshalb haben sich Leapmotor-Kunden auch bei anderen Baureihen bisher vornehmlich für die höherwertigen Varianten entschieden. (SP-X)

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SpotPress - abgekürzt SP-X - ist eine auf Nachrichten aus der Autoindustrie spezialisierte Agentur.