Die Nachfrage nach E-Motorrädern für den Straßenbereich ist überschaubar. Besser sieht es bei den Enduros aus: nun kommt Radian mit der EXR.
Während Elektroantriebe bei klassischen Straßenmotorrädern weiterhin die Ausnahme bleiben, wächst seit Jahren die Zahl der Anbieter elektrischer Sportenduros. Mit Radian kündigt sich nun eine neue Marke aus den Niederlanden an, die ab Ende 2027 mit der EXR ein leistungsstarkes Offroad-Motorrad mit optionaler Straßenzulassung anbieten will.
Dass sich der Elektroantrieb ausgerechnet im sportlichen Offroad-Segment zunehmend etabliert, mag zunächst überraschen. Doch gerade dort kann die Technik ihre Stärken ausspielen: spontanes Drehmoment, fein dosierbare Leistungsentfaltung ohne Kupplung, geringe Geräuschentwicklung sowie ein vergleichsweise niedriger Wartungsaufwand machen E-Antriebe für viele Dirtbiker attraktiv.
22 Kilo Gewicht des Batteriepacks
Basis der EXR ist ein schlanker Aluminiumrahmen, der das zentral montierte Akkupaket umschließt. Besonderheit des 22 Kilogramm schweren Energiespeichers ist seine Wechselfunktion. Ähnlich wie bei vielen Elektrorollern lässt sich die Batterie innerhalb weniger Sekunden entnehmen und gegen einen geladenen Akku tauschen. Dafür muss lediglich die Sitzbank hochgeklappt werden, um das zwischen den Aluprofilen integrierte, bogenförmige Batteriepaket mit 8,6 kWh Kapazität an Griff und Schlaufe herauszuziehen. Für den Transport eines Ersatzakkus hat Radian einen Rollwagen entwickelt. Nach einer Offroad-Tour lässt sich so bei Bedarf schnell auf eine volle Batterie wechseln. Alternativ kann der
Akku über ein 3,3-kW-Ladegerät in rund 90 Minuten von 20 auf 80 Prozent geladen werden.
Die Reichweite, Radian nennt 60 bis 115 Kilometer, hängt stark von Fahrweise und Leistungsabruf ab. Der zwischen Batterie und Hinterradschwinge platzierte Elektromotor mobilisiert mehr als 1.000 Newtonmeter Drehmoment. Die Leistung lässt sich per App in einem Bereich zwischen 7 kW/10 PS und 52 kW/70 PS variieren.
Fahrwerksseitig setzt die 125 Kilogramm schwere EXR auf einstellbare KYB-Komponenten mit jeweils 30 Zentimetern Federweg vorne und hinten. Die Bremsanlage mit 26-cm-Scheiben vorne und 22-cm-Scheibe hinten stammt von Brembo. Zur Ausstattung zählen außerdem ein kleines Cockpitdisplay, LED-Leuchten, Rückwärtsgang sowie ein sieben Liter großes Staufach. Die bereits vorbestellbare EXR soll ab Ende 2027 zu Preisen ab 14.450 Euro erhältlich sein. (SP-X)

