Wohnmobile liegen in Deutschland voll im Trend, doch fast alle fahren mit Diesel. Elektro-Camper kann man mit der Lupe suchen.
2026 könnte das Jahr der Elektromobilität werden. Die Technologie stehe vor dem Durchbruch, prognostiziert der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). Batteriebetriebene Fahrzeuge werden zunehmend Alltag auf deutschen Straßen, doch das gilt nur für Autos. Bei Wohnmobilen – 2025 waren laut Kraftfahrt-Bundesamt erstmals über eine Million Exemplare zugelassen – gibt es fast keine E-Fahrzeuge. Dort dominiert weiter der Diesel.
Mehr als 75.000 neu zugelassene Reisemobile zählte der Caravaning Industrie Verband (CIVD) im Jahr 2025 – das drittbeste Ergebnis aller Zeiten. Was die Branche bei der Präsentation ihrer Jahresbilanz weniger gerne erwähnt: Fast sämtliche dieser Fahrzeuge haben Dieselmotoren, lediglich 48 neu zugelassene Reisemobile waren 2025 vollelektrisch, erklärte ein CIVD-Sprecher auf Anfrage. Dazu kamen 103 Benzin-Hybride.
Keine Großserien ab Werk
Für den Klimaschutz ist das ein Problem. Zwar sind Wohnmobile in der Regel keine Alltagsfahrzeuge, oft werden sie nur einige Monate in der Saison genutzt. Doch dann umso intensiver, auf Reisen an Mittelmeerküste oder Nordkap kommen massig Kilometer zusammen. Technisch ist es durchaus möglich, Wohnmobile zu elektrifizieren. Batteriebetriebene Vans und Kleinbusse wie Ford E-Transit, VW ID.Buzz oder Mercedes-Benz EQV sind inzwischen auch als Camping-Variante erhältlich. Doch dies sind in der Regel nachträgliche Umbauten von Spezialfirmen. Ab Werk bieten die Fahrzeughersteller noch keine elektrischen Camper in Großserie an.
Als größte Hürde gilt das Gewichtsproblem. Schon ein relativ kompakter VW ID.Buzz wiegt leer etwa 2,6 Tonnen. Mit zusätzlichem Camping-Mobiliar, Reisegepäck und vielleicht noch zwei Fahrrädern plus den Mitfahrenden ist ein Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen schnell erreicht. Wer schwerere Wohnmobile fahren will, braucht die Führerscheinklasse C1. Die Klasse B für Pkw reicht dann nicht mehr aus. Eine Ausnahme gilt für ältere Semester, die ihren Führerschein vor 1998 erworben haben. Sie dürfen bis zu siebeneinhalb Tonnen schwere Fahrzeuge fahren. (SP-X)

